{"id":2062,"date":"2025-04-24T20:06:26","date_gmt":"2025-04-24T20:06:26","guid":{"rendered":"https:\/\/schmaehingen.info\/?page_id=2062"},"modified":"2025-04-24T20:15:59","modified_gmt":"2025-04-24T20:15:59","slug":"schnokaspritzer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/schmaehingen.info\/?page_id=2062","title":{"rendered":"Unser Spitzname"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Ursprung der \u201eSchm\u00e4hinger Schnokaspritzer\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><br>Der Ursprung des liebevoll-sp\u00f6ttischen Spitznamens \u201eSchnokaspritzer\u201c reicht weit zur\u00fcck und wird gerne in Ver-bindung mit einem kuriosen Ereignis im Jahr 1895 gebracht.<br>Damals, an einem hei\u00dfen Sommertag, wurde in Schm\u00e4hingen gefeiert \u2013 es war Hochzeit, und das ganze Dorf war auf den Beinen. Pl\u00f6tzlich bemerkten die G\u00e4ste seltsamen dunklen \u201eRauch\u201c, der aus den Schall\u00f6ffnungen des Kirchturms quoll. In heller Aufregung wurde rasch gehandelt: Die Dorfwehr griff beherzt zum Spritzenschlauch und begann, den vermeintli-chen Brand zu bek\u00e4mpfen. Gleichzeitig schickte man einen Boten nach N\u00f6rdlingen, um Verst\u00e4rkung anzufordern.Doch ehe die Unterst\u00fctzung aus der Stadt eintraf, war der \u201eBrand\u201c schon gel\u00f6scht \u2013 oder besser gesagt: wegge-waschen. Denn wie sich bald herausstellte, handelte es sich nicht um Rauch, sondern um eine riesige Schwade von M\u00fccken oder \u00e4hnlichem Fluggetier, das im Turm genistet hatte und durch die Hitze aufgescheucht wurde.<br>Durch den beherzten Einsatz der Schm\u00e4hinger Wehr fielen zahllose dieser Insekten dem Wasserstrahl zum Opfer \u2013 und so war der Spitzname geboren: \u201eSchnokaspritzer\u201c oder \u201eSchnokal\u00f6scher\u201c, ganz im Zeichen dieser unvergess-lichen Aktion.<br>Ein St\u00fcck Dorfgeschichte, das mit einem Augenzwinkern bis heute weitergetragen wird.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die damalige Presse schrieb: <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anzeiger vom Oberland \u2013 Montag, 26.08.1895<\/strong><br>Vermeintlicher Brand durch Schnaken ausgel\u00f6st N\u00f6rdlingen, 21. August 1895. Eine kuriose Begebenheit macht derzeit in der Region die Runde: Im Pfarrdorf Schm\u00e4hingen, rund eine Stunde von hier entfernt, wurden gestern Vormittag zwischen 9 und 10 Uhr dichte Schw\u00e4rme von Schnaken rund um den oberen Bereich des Kirchturms gesichtet. Ei-nige Einwohner hielten die dunklen Schwaden f\u00fcr Rauch, der aus dem Dach des Turms aufstieg, und schlugen sofort Alarm. Die \u00f6rtliche Feuerwehr r\u00fcckte mit ihren L\u00f6schger\u00e4-ten an und stellte sich rund um das Geb\u00e4ude auf, um den vermeintlichen Brandherd zu \u00fcberpr\u00fcfen.<br>Da man sich \u00fcber das Aus-ma\u00df der Lage unsicher war, wurde schlie\u00dflich ein Bote nach N\u00f6rdlingen entsandt, um dort vier erfahrene Feuer-wehrleute zur Unterst\u00fctzung zu holen. Gegen 10 Uhr traf der ersch\u00f6pfte Feuerreiter in der Stadt ein. Kurz darauf wurde vom Turm aus das Signal f\u00fcr einen ausw\u00e4rtigen Brand gegeben, woraufhin eine Einheit der N\u00f6rdlinger Feuerwehr mit L\u00f6schwagen zum Ort des Geschehens eilte.<br>Zur gleichen Zeit machte sich ein Schornsteinfeger, der ge-rade in H\u00fcrnheim arbeitete, aufgrund des L\u00e4rms auf den Weg nach Schm\u00e4hingen und stieg auf den Kirchturm. Er erkl\u00e4rte den Umstehenden, dass kein Feuer zu erkennen sei \u2013 lediglich eine ungew\u00f6hnlich gro\u00dfe Zahl an In-sekten habe den Turm um-schw\u00e4rmt. Doch die versam-melten Dorfbewohner waren nicht \u00fcberzeugt und hielten weiterhin daran fest: \u201eUnser Turm brennt doch!\u201c<br>Erst als neben der N\u00f6rdlinger Feuerwehr auch weitere Wehren aus der Umgebung eintrafen und den Turm gr\u00fcndlich untersuchten, wur-de allen klar: Kein einziger Brandherd war auszumachen. Mit viel Geduld und \u00dcberzeu-gungskraft gelang es den Einsatzkr\u00e4ften schlie\u00dflich, die Menschen davon zu \u00fcberzeugen, dass sie einem Irrtum aufgesessen waren \u2013 verursacht von einem Schwarm harmloser Schnaken.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Gaisburger Zeitung \u2013 Mittwoch, 04.09.1895<\/strong><br>\u201eUnser Turm brennt doch!\u201c \u2013 Aufregung um Insekten-schwarm in Schm\u00e4hingen Aus dem Ries. Im bayerischen Pfarrdorf Schm\u00e4hingen, etwa eine Stunde von N\u00f6rdlingen entfernt, versetzte ein unge-w\u00f6hnlicher Vorfall am Vor-mittag des 20. August die Einwohner in Aufregung. Zwischen 9 und 10 Uhr kreis-ten gro\u00dfe Schw\u00e4rme von Schnaken um den oberen Teil des Kirchturms. Einige Dorf-bewohner deuteten das dunkle Flimmern am Himmel als Rauch und schlugen so-fort Feueralarm.<br>Die Ortsfeuerwehr wurde verst\u00e4ndigt und r\u00fcckte aus, um dem Verdacht nachzugehen. Um sicherzugehen, schickte man zudem den Feuerreiter nach N\u00f6rdlingen, um dort vier erfahrene Feuerwehr-m\u00e4nner \u2013 sogenannte \u201ebeherzte Steiger\u201c \u2013 zu holen. Eine L\u00f6schabteilung aus N\u00f6rdlingen brach umgehend mit der Spritze zum ver-meintlichen Brandherd auf.<br>Ein Schornsteinfeger, der sich zu dieser Zeit im nahegelege-nen H\u00fcrnheim aufhielt, eilte nach Schm\u00e4hingen, bestieg den Turm und versicherte den Anwesenden, dass kein Feuer zu sehen sei \u2013 es hand-le sich lediglich um zahllose Insekten, die in der Luft kreis-ten. Doch trotz seiner Aussa-ge blieb die \u00dcberzeugung in der Menge bestehen: \u201eUnser Turm brennt doch!\u201c<br>Als schlie\u00dflich auch die N\u00f6rdlinger und weitere benachbarte Feuerwehren eintrafen, wurde der Turm von oben bis unten untersucht. Dabei konnte keinerlei Feuer festgestellt werden. Erst durch das gemeinsame Zureden der Feuerwehrleute lie\u00dfen sich die Dorfbewohner davon \u00fcberzeugen, dass sie einem Irrtum aufgesessen waren \u2013 ausgel\u00f6st durch einen harmlosen, aber sehr dichten Schwarm Schnaken.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\">Quelle: Festschrift 150 Jahre FFW Schm\u00e4hingen<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ursprung der \u201eSchm\u00e4hinger Schnokaspritzer\u201c Der Ursprung des liebevoll-sp\u00f6ttischen Spitznamens \u201eSchnokaspritzer\u201c reicht weit zur\u00fcck und wird gerne in Ver-bindung mit einem kuriosen Ereignis im Jahr 1895 gebracht.Damals, an einem hei\u00dfen Sommertag, wurde in Schm\u00e4hingen gefeiert \u2013 es war Hochzeit, und das ganze Dorf war auf den Beinen. 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