{"id":1796,"date":"2024-02-11T18:35:43","date_gmt":"2024-02-11T18:35:43","guid":{"rendered":"https:\/\/schmaehingen.info\/?page_id=1796"},"modified":"2025-04-21T12:54:51","modified_gmt":"2025-04-21T12:54:51","slug":"soldaten-u-veteranenverein","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/schmaehingen.info\/?page_id=1796","title":{"rendered":"Soldaten- u. Veteranenverein"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"748\" height=\"766\" src=\"https:\/\/schmaehingen.info\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/veteranenverein_wappen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1976\" style=\"width:204px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/schmaehingen.info\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/veteranenverein_wappen.jpg 748w, https:\/\/schmaehingen.info\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/veteranenverein_wappen-293x300.jpg 293w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<p>In Erinnerung an die im 1. Weltkrieg gefallenen und vermissten Soldaten wurde im Jahr 1920 der Soldaten- und Veteranenverein Schm\u00e4hingen gegr\u00fcndet. Noch heute gedenken wir am Volkstrauertag unseren gefallenen und vermissten Kameraden in der Hoffnung auf Frieden und Vers\u00f6hnung in der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"151\" height=\"198\" src=\"https:\/\/schmaehingen.info\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/rroesch.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1979\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Rudolf R\u00f6sch &#8211; 1. Vorstand<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"668\" height=\"790\" src=\"https:\/\/schmaehingen.info\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/vsv_fahne.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1987\" style=\"width:260px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/schmaehingen.info\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/vsv_fahne.jpg 668w, https:\/\/schmaehingen.info\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/vsv_fahne-254x300.jpg 254w\" sizes=\"auto, (max-width: 668px) 100vw, 668px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong>Aus der Geschichte des Soldaten- und Veteranenvereins Schm\u00e4hingen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcndung des Soldaten- und Veteranenvereins Schm\u00e4hingen im Jahre 1920 erfolgte in Erinnerung an die im 1. Weltkrieg gefallenen und vermissten jungen M\u00e4nner aus Schm\u00e4hingen. Im Gemeinderatsprotokoll vom 5. Oktober 1920 hei\u00dft es dazu w\u00f6rtlich:<br>\u00bbDen heimgekehrten Kriegern als Ehrung zur Gr\u00fcndung eines Veteranen- und Kriegervereins einen Zuschuss von 4000 M aus der Gemeindekasse zu leisten.\u00ab Die Gemeinde unterst\u00fctzte also die Gr\u00fcndung des Vereins durch einen finanziellen Zuschuss.<br>Die Namen der nicht mehr aus dem Krieg heimgekehrten M\u00e4nner finden sich heute auf dem 1953 errichteten Kriegerdenkmal.<\/p>\n\n\n\n<p>1914: Wilhelm Wiedemann (vermisst); 1915: Georg Wiedemann, Johann Wiedemann, Johann K\u00fchn (vermisst), Friedrich Schr\u00f6ppel, Heinrich Deixler, Johann Link; 1916: Georg Beck, Johann Beck, Michael Deixler, Adam Burger, Mathias Schr\u00f6ppel; 1917: Karl Wiedemann, Johann Burger; 1918: Friedrich Denteler, Friedrich H\u00f6nnig, Mathias Ackermann.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzuzuf\u00fcgen ist, dass auch der 2. Weltkrieg in Schm\u00e4hingen seinen Tribut gefordert hat. 18 M\u00e4nner waren hier zu betrauern, 13 waren gefallen, 5 galten als vermisst. So enth\u00e4lt das Schm\u00e4hinger Kriegerdenkmal heute die Namen von 38 M\u00e4nnern, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg ihr Leben verloren haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Leider sind die fr\u00fchen Dokumente, die n\u00e4here Erkenntnisse \u00fcber die Gr\u00fcndung des Schm\u00e4hinger Vereins im Jahre 1920 geben w\u00fcrden, nicht erhalten. Aber ein paar Bausteine gibt es doch, die dem heutigen Leser die fr\u00fche Zeit des Vereins nahebringen k\u00f6nnen. Dazu z\u00e4hlt der schon genannte Eintrag im Gemeinderatsprotokoll. Bekannt sind auch die M\u00e4nner der ersten Stunde. Den Gr\u00fcndungsvorstand bildeten Johann Wiedemann, Landwirt auf Hausnummer 25, sowie sein Stellvertreter Johannes Deixler, ebenfalls Landwirt und Gemeinderat auf Hausnummer 20. Schriftf\u00fchrer wurde der B\u00fcttner Balthasar Ackermann auf Hausnummer 33 und Beisitzer Kaspar Denteler, Landwirt auf Hausnummer 52 b. Bekannt ist auch, dass noch im Gr\u00fcndungsjahr eine Fahne angeschafft wurde und die Fahnenweihe im Gasthaus zum Goldenen Kreuz stattfand. \u00dcber eine Haussammlung konnten die Kosten f\u00fcr die Anschaffung dieser Fahne aufgebracht werden. 85 Gemeindeb\u00fcrger hatten mit ihrer Spende dazu beigetragen. Und nicht zuletzt ist eine sch\u00f6ne Fotografie erhalten, auf der die Mitglieder des noch jungen Vereins zusammen mit den Festdamen bei der Fahnenweihe zu sehen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie m\u00fcssen wir uns Schm\u00e4hingen in dieser Zeit vorstellen? Wie gro\u00df war das Dorf, wieviel Menschen lebten hier? Werfen wir dazu einen Blick in das Einwohnerbuch f\u00fcr N\u00f6rdlingen des Jahres 1926. Demnach z\u00e4hlte die Landgemeinde Schm\u00e4hingen in diesem Jahr 67 Haushalte und 275 Einwohner. Davon waren 273 protestantisch, einer war Katholik und ein weiterer wurde als \u00bbsonstig\u00ab bezeichnet. Die Gemeindefl\u00e4che umfasste 518,85 Hektar.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gemeinderatsprotokoll nennt die Namen der Gemeinderatsmitglieder im Gr\u00fcndungsjahr des Vereins. 1. B\u00fcrgermeister war der Landwirt Friedrich Wick, Hausnr. 50, Kaspar Deizer, Hausnr. 15, war sein Stellvertreter; Deizer sollte nach dem Tod Wicks das Amt des 1. B\u00fcrgermeisters \u00fcbernehmen. Als Gemeinder\u00e4te werden genannt: Kaspar Deixler, Adam Hoffmann, Georg K\u00fchn, Kaspar Vogelgsang, Georg Strau\u00df, Adam Wurm und Georg Denteler. Das Amt des Kirchenpflegers hatte in diesen Jahren Adam Hoffmann inne, Gemeindediener war Heinrich Beck. Die \u00bbGemeindliche \u00f6ffentliche Sprechstelle\u00ab, also der<br>Telefonanschluss, war bei Gastwirt Adam Wurm auf Hausnr. 1, der selbst als Gemeinderat fungierte. Der Soldaten- und Veteranenverein konnte in den 1920er und 1930er Jahren durchaus Impulse f\u00fcr das Dorfleben geben. Weihnachtsfeiern mit Christbaumverlosung<br>und Filmabende wurden zu gut besuchten Veranstaltungen. Hinzu kam die Teilnahme an Festen anderer Kriegervereine. So war es selbstverst\u00e4ndlich, dass man am 4. Juni 1937 mit 18 Mann an der 100-Jahr-Feier der Kriegerkameradschaft N\u00f6rdlingen teilnahm.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1934 hatte die nationalsozialistische Gleichschaltung auch die Kriegervereine erfasst, die dann 1938 zwangsweise in den NS-Reichskriegerbund eingegliedert wurden. Mit dem sog. Kontrollratsgesetz Nr. 2 (Aufl\u00f6sung und Liquidierung der Naziorganisationen) vom 10. Oktober 1945 wurde unter anderem auch der NS-Reichskriegerbund f\u00fcr ungesetzlich erkl\u00e4rt. Erst zu Beginn der 1950er Jahre wurden Soldatenverb\u00e4nde wieder m\u00f6glich. Nun entstanden nicht nur wieder einzelne Ortsvereine als Traditionsvereine, sondern es gab auch Neugr\u00fcndungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter dem Vorsitz von Adam Wurm lebte der Schm\u00e4hinger Verein 1952 wieder auf. F\u00f6rderung von Totengedenken, Kameradschaft und Geselligkeit \u2013 das waren nun die geistigen Pfeiler des Vereins. Hinzu kamen sp\u00e4ter der Gedanke der Denkmalpflege, der<br>Pflege des Brauchtums und der Gedanke der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung und der Friedenswahrung. Der Mitgliedsbeitrag in diesen fr\u00fchen Jahren war sehr moderat: 1952 betrug er 50 Pfennig, 1953 wurde er auf 1 Mark erh\u00f6ht. F\u00fcr die Anschaffung eines Trauerbandes kam dadurch nat\u00fcrlich zu wenig in die Kasse, so dass die Kosten hierf\u00fcr mit Hilfe einer Haussammlung beglichen werden mussten.<\/p>\n\n\n\n<p>1953 erfolgte die Errichtung des Kriegerdenkmals im Friedhof, das heute im Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag steht. Drei Jahre sp\u00e4ter, 1956, schuf der Verein einen B\u00f6ller an, der anl\u00e4sslich der Beerdigungen von Vereinskameraden und am<br>Volkstrauertag zum Einsatz kommen sollte. Ende der 1960er Jahre wurde dieser Brauch eingestellt.Der Verein beteiligte sich auch weiterhin aktiv am Gemeindeleben. Zwischen 1962 und 1970 veranstaltete er sogar einmal im Jahr eine Tanzveranstaltung im Saal des Gasthauses Hubel.<\/p>\n\n\n\n<p>An der 50-Jahr-Feier im Jahr 1970 bestand dagegen wenig Interesse, wie das Protokollbuch mit Eintrag vom 18. Januar 1970 vermerkt. Vorstand Friedrich Lang musste das so zur Kenntnis nehmen. 10 Jahre sp\u00e4ter, 1980, schied er aus Alters- und Gesundheitsgr\u00fcnden aus. Seinem Nachfolger Karl Ulrich war es ein Anliegen, den zahlenm\u00e4\u00dfig auf 18 Mitglieder stark geschrumpften Verein wieder zu beleben.<br>So warb er verst\u00e4rkt um ehemalige Bundeswehrsoldaten. Ulrich hatte Erfolg \u2013 die Mitgliederzahl stieg wieder an. Dazu beigetragen haben sicher auch die damaligen Aktivit\u00e4ten. 1981 wurde nicht nur die wertvolle historische Vereinsfahne grundlegend restauriert, man unternahm Ausfl\u00fcge und pflegte verst\u00e4rkt die Geselligkeit. So fuhr man 1981 nach Kelheim und zum Donaudurchbruch, im darauffolgenden Jahr besichtigte man das Atomkraftwerk in Gundremmingen. Ein Grillabend am 14. August 1993 bei der Otto-Rehlen-H\u00fctte auf dem Albuch war ebenso ein voller Erfolg wie die Ausfl\u00fcge im neuen Jahrtausend. 2001 stand eine Schlauchbootfahrt auf der Isar auf dem Programm, im Mai 2008 fuhr man sogar bis nach Hamburg und besuchte dort ein Musical, 2009 besichtigte man die Brauerei in Oettingen. Und nicht zuletzt geh\u00f6rt die Teilnahme am Historischen Stadtmauerfest in N\u00f6rdlingen zum kulturellen Muss des Vereins. Darauf legt der 1. Vorsitzende, Rudolf R\u00f6sch, besonderen Wert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong>Quellen:<\/strong><br>Protokollbuch des Gemeindeausschusses Schm\u00e4hingen<br>1916-1923; Einwohnerbuch f\u00fcr N\u00f6rdlingen u.a.<br>Orte, 1926; Protokoll- und Kassenbuch des Vereins;<br>Gesammelte Vereinsunterlagen in einem Leitzordner,<br>Festschrift Schm\u00e4hinger Festwoche 1995.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"119\" height=\"162\" src=\"http:\/\/schmaehingen.info\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/sponsel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1948\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><br>Dr. Wilfried Sponsel<br>Stadtarchivar N\u00f6rdlingen<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.schmaehingen.info\/vereine\/schmaehingen_feiert.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">(aus der Festschrift 2020 &#8211; &#8222;Sch\u00e4hingen feiert kein Fest&#8220;)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Erinnerung an die im 1. 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