Geleitwort

Liebe Gemeindeglieder,

der Waldboden – ein Teppich aus Blüten. Die Brunnen fließen wieder. Viele
sind geschmückt. Wir feierten Ostern.

Das Leben geht wieder los.
Allerdings gebremst. Seit über einem Jahr schon.

So ähnlich erlebten es auch die Menschen jüdischen Glaubens, inklusive
Jesus. Sie feiern Passa, bis heute. Sie feiern die Befreiung, die in grauer Vorzeit
stattfand, als ihre eigene Befreiung.
Sie feiern die Freiheit – und sind gebremst von der Wirklichkeit. Sie leben
seit Jahrhunderten als Minderheit mit minderen Rechten in Gesellschaften,
die sie spüren lassen, dass sie in der Minderheit sind. In Deutschland gab es
Juden übrigens lange bevor es Deutschland und Deutsche überhaupt gab.
321, vor 1700 Jahren, ist ein jüdischer Kaufmann in der Stadt, die später
Köln wird, ansässig. Zu einer Zeit, aus der wir noch keine christlichen Zeugnisse
aus diesem Gebiet haben.
Juden feiern also Jahr für Jahr die Freiheit, auch wenn sie noch nicht da ist.
„Dieses Jahr als Knechte, nächstes Jahr als Freie, dieses Jahr in der Fremde,
nächstes Jahr in Jerusalem!“ – und das seit Jahrtausenden.

Wie schnell ist daneben unser Weg:
„Letztes Jahr feierten wir zu Hause. Dieses Jahr mit Maske und Abstand.
Nächstes Jahr werden wir singen!“

Eine gesegnete österliche Freudenzeit,
mit Bildern und Klängen, die Leib und Seele erfreuen
wünscht


Ihr Martin Rehner